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Rezension "A Court of Frost and Starlight" von Sarah J. Maas

Titel: A Court of Frost and Starlight

Autorin: Sarah J. Maas

Verlag: Bloomsbury

Genre: Romantasy/Fantasy

Reihe: Teil 3.1, Novelle

  

Klappentext:

 Feyre, Rhys and their companions are still busy rebuilding the Night Court and the vastly changed world beyond. But Winter Solstice is finally near, and with it a hard-earned reprieve. Yet even the festive atmosphere can't keep the shadows of the past from looming. As Feyre navigates her first Winter Solstice as High Lady, she finds that those dearest to her have more wounds than she anticipated – scars that will have a far-reaching impact on the future of their court.

 

 

Meine Meinung:

Cover: 

Sehr schön und passt zu den anderen Teilen. Ich mag die Cover der Reihe :)

 

Geschichte:

Ich musste es haben. Nachdem A Court Of Mist and Fury (Teil 2 in der Reihe) eins meiner absoluten Lesehighlights 2016 war und ich es schon einige Male gelesen sowie gehört und mich dabei immer wieder in Rhys verliebt habe, kann ich gar nicht anders, als jedes Nachfolgebuch zu lesen. Teil 3 habe ich bisher nur ein Mal gelesen, letztes Jahr im Mai, direkt am ersten Tag als es rauskam. Damals hat es mich während einem Krankenhausaufenthalt wunderbar von einer OP abgelenkt, aber die Details sind in meinen Erinnerungen zugegeben teilweise etwas schwammig. Ich liebte die Welt und die Charaktere, hatte dem 3. Buch damals aber nur ein „gut“ gegeben, irgendwo zwischen 3 und 4 Sternen von 5. In ACOFAS gibt es viele Referenzen auf den vorigen 3. Teil der Reihe, aber dafür haben meine Erinnerungen noch ausgereicht :)

 

Ich bin also voller Vorfreude, aber mit nicht mehr allzu großen Erwartungen in diese neuste Novelle gestartet. Ohne vorher gespoiltert zu werden und ohne sonst irgendwas zu wissen. Ich wusste nicht mal, ob es noch um Feyre und Rhys gehen würde, oder schon um einen anderen der bekannten Charaktere. Und jetzt weiß ich nicht, ob ich enttäuscht bin oder nicht. Ich betrachte das Buch mit einem lachenden und weinenden Auge, ähnlich wie es mir schon mit A Court of War and Ruin ging, nur hier viel stärker.

 

Das Positive zuerst: die Welt und die Charaktere. Die Mitglieder des Court of Dreams und die Stadt Velaris - es war schön wieder davon zu lesen, ein bisschen wie heimkommen. Und zu sehen, dass es ihnen allen (relativ) gut geht und sie sich ein wenig nach dem Krieg ausruhen und erholen können – hach, ich gönn es ihnen von Herzen. Die Kapitel werden je von einem der Charaktere erzählt und so erfährt man, wie sie alle sich so nach und nach wieder in den Alltag finden. Besonders die Kapitel über Mor haben mir gefallen und mich neugierig auf mehr gemacht. Womit wir aber auch schon beim ersten Punkt wären, der mich stört, denn die meisten Kapitel erzählten von Feyre und Rhys und beide haben mich eher aufgeregt oder gelangweilt, abwechselnd im Prinzip und insgesamt keine gute Mischung. Rhys war in Teil 2 sooo toll, clever, mächtig und aktiv. Auch in Teil 3 hatte ich vergleichweise wenig zu meckern. Jetzt kam es mir aber vor, als hätte ihn jemand gegen eine weichgewaschene sex-obsessed Version vom High Lord of the Night Court ersetzt. Denn abgesehen davon, dass er über Sex mit seiner Feyre nachdenkt oder ihn hat, macht er herzlich wenig, außer feststellen, dass es hier und da und eigentlich sogar überall im Land Probleme gibt, die man irgendwie lösen müsste. Das "Wie" verschiebt er dann mehr oder weniger mal auf später -.-

Das Gleiche gilt für Feyre, die offizielle und beliebte High Lady und Heldin, aber was tut sie tatsächlich? Sie hilft hier und da wohl beim Wiederaufbau (oder es wird zumindest erwähnt, dass sie es getan hat, denn sie tut relativ wenig aktiv während der Geschichte). Ansonsten ist sie überwiegend im Haus, kümmert sich um den Haushalt und Papierkram (seriously!?) und wartet auf ihren Mate. Die früher so aktive und mächtige Frau, ist quasi Hausfrau geworden und Rhys teilt ihr auch recht wenig von den Problemen und Vorfällen des Landes mit, obwohl sie ja eigentlich gleichberechtigt regieren wollen. Es wäre ja nichts verkehrt daran, eine Hausfrau zu sein, wenn es nicht so ausdrücklich das Gegenteil von dem wäre, was sie zuvor immer gewollt hatte. Man kann das eventuell mit Nachwirkungen vom Krieg begründen, dass sie nun diese Ruhe will oder braucht – trotzdem wirkt es auf mich falsch, dass sie so inaktiv bleibt und freiwillig alles Rhys überlässt. Immerhin fängt sie wieder an zu Malen, was immerhin ein persönlicher Fortschritt ist, ein Weg für sie um die traumatischen Ereignisse zu verarbeiten. Leider auch der einzige Fortschritt, den sie in der ganzen Novelle macht und ich finde sie hätte eine richtige Storyline verdient gehabt.

Apropos ausreichende Storyline: In dieser Novelle ist plottechnisch tote Hose. Ich dachte ständig: „das war jetzt die Einleitung und gleich, GLEICH, passiert bestimmt etwas, gleich wird es richtig spannend“. Wurde es aber nicht. Abgesehen davon, dass Rhys Tamlin besucht und diese Szenen es schaffen, dass ich ausgerechnet mit Tamlin Mitleid habe, von Rhys genervt bin und gleichzeitig keinen der beiden so recht wiedererkenne. Ich weiß, dass es nur eine Novelle ist und ich habe auch keine ausgefuchsten Plottwists erwartet, aber so ein bisschen Handlung, wäre doch nett gewesen.

 

Das Spannendeste an dem Buch war für mich ganz zum Schluss die Leseprobe, von dem nächsten Teil der Reihe. Wenn ich danach urteile, kommt da hoffentlich wieder eine gute Geschichte auf uns zu. Aber so wirklich sicher bin ich mir da leider nicht mehr, ich hatte das Gefühl, dass in ACOFAS die meisten Charaktere weichgespült wurden und man den Fans nur eine Mischung aus „more of the same“ und „happy“ geben wollte. Ich hoffe, das wird im nächsten anders. Kaufen und verschlingen, werde ich es wohl auf jeden Fall, die Frage ist, ob mit Freude oder mit leisen Seufzern. *geht dann nochmal Band 2 lesen oder hören, so zum Ausgleich*

 


Nicht schlecht, aber viel verschenktes Potential. Bonus für geliebte Charaktere und Welt.

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Kommentare: 1
  • #1

    Marion (Donnerstag, 21 Juni 2018 20:29)

    Liebe Kathy,

    was für eine tolle Rezension! Ich habe sie gleich auf meinem Blog verlinkt!
    Du triffst meine Meinung und meine Gedanken auf den Punkt. Ich fand das Buch okay, aber mehr auch nicht und am besten war leider die Leseprobe für den nächsten teil ^^ Traurig aber wahr :(

    Alles Liebe,
    Marion