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Die #fbm18 und meine erste Lesung

Impressionen der Buchmesse: einige 💜Buchmenschen💜
Impressionen der Buchmesse: einige 💜Buchmenschen💜

Die Vorfreude auf die Frankfurter Buchmesse war groß dieses Jahr. Zum ersten Mal zu den Fachbesucher Tagen auf die Messe! Und überhaupt, ganze 5 Tage viele tolle Menschen treffen, von denen einige kaum noch aus meinem Alltag wegzudenken sind. Wo ich letztes Jahr nur wenige Gesichter kannte und noch weniger mich, hatte die Messe dieses Jahr auch für mich Camp Charakter. Da ich mich aber auch immer etwas schwer mit so vielen Menschen auf einmal tue, gerade über Tage hinweg, hatte ich mir auch fest vorgenommen es ganz locker angehen zu lassen. Ich hatte kaum Termine oder Veranstaltungen rausgesucht, wollte mich einfach spontan treiben lassen, Zeit mit Freunden genießen, mich mit anderen austauschen und vielleicht meine Buchmenschen-Bubble etwas erweitern. Und 9Lesen am Buchmesse Samstag überstehen. Dort würde ich zum ersten mal so "richtig offiziell" als Autorin auftreten und 10 Minuten aus meinem Manuskript vorlesen.

 

Die Fachbesucher Tagen waren richtig cool! Viel entspannter als die Besuchertage, weil einfach weniger Menschen unterwegs waren. Man konnte entspannt durch die Halle schlendern, hat kaum jemanden übersehen und einige getroffen, die sich den Trubel des Wochenendes gar nicht erst geben würden. Man konnte in Ruhe an den Ständen stöbern und die anderen Hallen erkunden (denn hauptsächlich fand meine Messe in Halle 3 statt, so wie letztes Jahr schon ausschließlich). Die meiste Zeit habe ich trotzdem in Halle 3.0 verbracht, bei der Selfpublishing Area oder dem Cafe (echt doof, dass die nicht mehr beieinander lagen wie letztes Jahr, aber dafür gab es sehr gemütliche Donuts :D) oder dem Gedankenreich/Zeilengold Stand, der neben den schönen Büchern aus den Verlagen auch einige Selfpublisher ausgestellt hat, was ich sehr cool fand. Vor dem Stand war auch immer recht viel los und stets war irgendwer aus meiner Bubble dort anzutreffen :D Wenn mir die Menschen doch mal zu viel wurden, gerade auch an den Besuchertagen, konnte man immer gut nach draußen ausweichen, dank dem mega guten Wetter und da war ich teilweise auch echt froh drum.

 

Meine Highlights der Messe: Die Buchmenschen, gerade auch die, die ich nicht kannte oder mit denen ich zuvor eher selten mal gequatscht habe. Viele motivierende und inspirierende Gespräche. Der BoD Kaffee. Der Besuch der Weinstände in der Gourmetgallery mit Nina & Juliana. Das Meet & Greet von einigen Fantasy Autorinnen/Selfpublishern am Sonntag. 💜

Ich lese gerade aus meinem fast fertigen Projekt "Zwischen den Lügen"
Ich lese gerade aus meinem fast fertigen Projekt "Zwischen den Lügen"

Ein absolutes Highlight war auch 9Lesen. Den Samstag über war ich ziemlich nervös, denn obwohl ich meine Textstelle oft geübt hatte, war ich doch überzeugt, dass es nicht gut laufen konnte. Ich war schließlich noch nie gut darin vor Leuten zu reden, auch wenn ich es an der Uni in den letzten Jahren lernen musste, mir wurde bisher jedes Mal schlecht und ich hatte immer eine Heidenangst vor Vorträgen. Vor einem Jahr hätte ich auch nie gedacht, dass ich freiwillig bei einer Veranstaltung wie 9lesen teilnehme. Doch aus dem gleichen Grund, aus dem ich mich weigere meine Geschichten wegen Selbstzweifeln und der ganzen Arbeit, die zum Autorenleben dazugehört, aufzugeben, habe ich auch diese Chance ergriffen, denn ich brenne für das Schreiben und will meine Geschichten mit der Welt teilen. Lesungen gehören zum Autorenleben und 9lesen finde ich eine tolle Initiative von Andrea Schrader, nachdem ich in Leipzig bei der ersten Veranstaltung dabei und begeistert war. Ein Abend mit 9 kurzen Einblicken in die Geschichten von 9 Autoren, sowohl veröffentlicht, als auch unveröffentlicht, bei Speiß und Trank - wie könnte ein besserer Abend aussehen?

Zugegeben, dank meiner Nervosität war der Anfang des Abends nicht ganz so schön für mich wie letztes Mal, denn meine Nerven haben mich immer wieder von den ersten Lesern abgelenkt. Ich war teilweise richtig am Zittern und habe mich gefragt, warum ich das mache. Aber ich wusste gleichzeitig, dass ich nicht wirklich wegrennen wollte und unter der Nervosität war immer noch freudige Aufregung - irgendwo ganz tief drunter. Lieben Dank an der Stelle an meine Tischnachbarn, allen voran Jill, die mir eine beruhigende und ermutigende Gesellschaft waren.

Dann war es irgendwann so weit, ich war als viertes dran. Überhaupt hatten die Leser vor mir es schon sehr gut gemacht, was die Latte gefühlt hoch legte und nur bedingt beruhigend war. Anna, die Moderatorin des Abends, stellte mich und mein Projekt kurz vor und machte das so cool & gut, dass ich mich gleich etwas besser fühlte. Dann hatte ich alleine das Mikro und die ganze Aufmerksamkeit - und wurde Gott sei Dank innerlich ruhiger. Ich war zwar so nervös, dass ich mich im Nachhinein nicht mehr an alles erinnern kann (na ja, einen Verleser weiß ich mindestens noch, da hab ich aus Versehen einfach den gleichen Satz nochmal angefangen^^), aber insgesamt ging es ganz gut. Ich hab mich daran erinnert nicht zu schnell zu lesen und das Zittern hatte sich auch größtenteils verflüchtigt.

Ohne Zeitgefühl gingen die 10 Minuten und meine Textstelle sehr schnell vorrüber und ich war beim letzten Satz angekommen. Das Beste am Abend kam nun, denn die erste Pause des Abends begann und ich bekam direkt Rückmeldungen zu meinem Vortrag. Mir wurde gesagt, dass ich gut gelesen hatte, verständlich, und man mir meine Nervosität gar nicht angemerkt hatte. Und noch besser, ein paar Leute sagten mir, dass sie neugierig auf meine Geschichte waren und mehr davon lesen wollten. Abgesehen von meiner eigenen Performance war auch das ein großer Unsicherheitsfaktor für mich gewesen: ob meine Geschichte langweilig war oder die Textstelle gut genug für so einen kurzen Einblick. Bisher hatte nur eine handvoll Menschen überhaupt etwas von dem Manuskript und von meinen Geschichten gelesen. Das Feedback dieses Abends hat mich so sehr motiviert - ich kann es gar nicht in Worte fassen.

Danach konnte ich den nachfolgenden Lesern umso aufmerksamer und endlich entspannt lauschen. Es war ein Abend vieler Genre, aber tatsächlich würde ich jedes Buch von dem wir hören durften gerne mal lesen. Ich denke das zweite 9lesen war wieder ein voller Erfolg und die nächste Veranstaltung wird bestimmt noch wieder etwas besser, falls ihr also bei der BuchBerlin seid und am Samstag Abend noch Zeit habt, solltet ihr dort vorbeischauen ... :D

 

Mein persönliches Fazit von den Messetagen ist, dass ich hoffe nächstes Jahr wieder zu allen Tagen anwesend sein zu können. Ich habe gemerkt, wie viel ich persönlich seit letztem Jahr gelernt habe und dass ich mehr kann als ich dachte. Vor einem Jahr habe ich mich noch als "angehende Autorin" bezeichnet und das mit einiger Unsicherheit, jetzt laufe ich mit Visitenkarten und etwas Selbstbewusstsein als Autorin durch die Gänge. Wo ich zuvor noch gerade in Gruppen oder generell bei Fremden meist sehr still und schüchtern war, kann ich jetzt überwiegend ich selbst sein und lasse meine Selbstzweifel mir nicht mehr die Sprache verschlagen. Ich traue mich Dinge, wie zum Beispiel diese Lesung, wachse an ihnen und bin so dankbar für die Chancen und was sie mir geben. Danke dafür, ihr lieben Buchmenschen auf den Messen und Litcamps, für eure Offenheit und Buntheit, und dafür, dass ihr mich so lieb aufgenommen habt. Ich freue mich darauf euch online und bei der nächsten Veranstaltung wiederzusehen <3

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